Wir veröffentlichen unsere vierte Studie zur Digitalisierung der Kundenbeziehung im Bereich der Schweizer Uhrenindustrie. 

Zum vierten Mal in Folge stellen wir unsere jährliche Studie vor, die der Schweizer Uhrenindustrie gewidmet ist. Diese neue Ausgabe befasst sich mit der digitalen Transformation der Uhrenhersteller und der Art und Weise, wie sie ihre Kundenbeziehungen durch einen Multi-Channel-Ansatz neu gestalten.
Durch eine eingehende Analyse einer Gruppe von 40 wichtigen Akteuren beleuchtet unser Team die wichtigsten Trends und Erkenntnisse dieser digitalen Transformation.

Digitale Reichweite stagniert, Investitionen boomen 

Im Jahr 2025 verzeichnen die Webseiten der Uhrenmarken  monatlich rund 41 Millionen Besucher ein leichter Rückgang von 1 % im Vergleich zum VorjahrDoch regional zeigen sich klare Unterschiede: Während Asien (ohne China) weiterhin stark wächst, insbesondere für Breitling, Cartier, Hublot, Officine Panerai, Omega, Patek Philippe, Rolex und Vacheron Constantin, gehen die Besucherzahlen in China sowie in Europa und im Westen (ohne USA) deutlich zurück. 

rotz stagnierender Reichweite steigen die Budgets für digitale Medien um 22 % auf über 610 Millionen Schweizer Franken pro Jahr. Besonders soziale Netzwerke profitieren von diesem Wachstum und bleiben ein zentraler Kommunikationskanal der Uhrenindustrie. 

Digitale Services mit Verbesserungspotenzial 

Seit 2024 setzen viele Marken auf verbesserte Nutzererlebnisse in ihren mobilen Apps. Während Chaumet, Hublot und IWC mit neuen Funktionen hervorstechen, optimieren Marken wie Audemars Piguet ihre bestehenden Plattformen. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Kundenzufriedenheit verhalten: „Die Bewertungen in den App-Stores stagnieren bei 1,9/5, ein Wert, der unter dem anderer Luxusindustrien liegt“, erklärt Jean Meneveau, geschäftsführender Gesellschafter von Colombus Consulting. 

Social Media: TikTok treibt das Wachstum 

Mit 133 Millionen Followern (+11 %) bleibt Social Media für die Branche zentral. Besonders TikTok treibt das Engagement voran und sorgt mit 5,8 Millionen Interaktionen pro Jahr (+18 %) für steigende Aufmerksamkeit. Während Instagram die dominierende Plattform bleibt, nutzen Marken wie Cartier, Chaumet und Bvlgari TikTok zunehmend für virale Kampagnen mit Millionenreichweiten. 

China schwächelt, lokale Netzwerke halten sich stabil 

Trotz eines drastischen Rückgangs des chinesischen Marktes (-50 % Besucher, -29 % Umsatz) wachsen lokale Plattformen wie Sina Weibo und WeChat weiter. Sina Weibo zählt mittlerweile 10 Millionen Abonnenten (+7 %). Rolex, Tudor, OmegaBvlgari und Vacheron Constantin bleiben dort aktiv und erreichen insgesamt fast 90 Millionen Abonnenten. 

NFTs und Blockchain: Vom Hype zur praktischen Anwendung Nach einem Hype um NFTs setzen die Uhrenmarken nun verstärkt auf praxistaugliche Blockchain-Lösungen. Rolex hat Ende 2024 ein digitales Zertifikatssystem eingeführt, das NFC- und QR-Codes zur Authentifizierung und Rückverfolgbarkeit integriert – ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Fälschungen. 

Künstliche Intelligenz (KI) bleibt Randthema 

Obwohl KI zahlreiche Möglichkeiten für Personalisierung und Kundenanalyse bietet, wird sie in der Branche bislang kaum genutzt. „Die zögerliche Nutzung von KI liegt oft an fehlenden verwertbaren Daten und dem Wunsch, die exklusive Kundenbeziehung zu wahren“, erklärt Jean Meneveau, geschäftsführender Gesellschafter von Colombus Consulting. 

Nachhaltigkeit rückt langsam in den Fokus 

Die Bemühungen um digitale Verantwortung sind in der Uhrenbranche bislang gering. Eine Ausnahme bildet Rolex, das 2024 erstmals seinen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichte – nach Jahren interner Arbeit ein bemerkenswerter Schritt. 

Indien und Japan als neue Wachstumsmärkte 

Asien bleibt ein zentraler Markt für die Uhrenindustrie, insbesondere mit starkem Wachstum in Indien (+33 % beim Publikum) und Japan, wo Marken wie Cartier, Rolex und Omega ihre Investitionen weiter ausbauen. Im Gegensatz dazu verlangsamt sich das Wachstum in China zunehmend, was Marken wie Cartier, Omega und Longines stark betrifft – mit Rückgängen der Zuschauerzahlen zwischen -70 % und -25 %. Diese Entwicklung wurde bereits in unserem Bericht 2024 prognostiziert. 

Insgesamt verzeichnet die digitale Reichweite in Asien einen Anstieg von 40 %, was die strategische Bedeutung der Region unterstreicht – sowohl für das Erkennen neuer Trends als auch für die gezielte Anpassung der Angebote. 

Digital Index: Die globale digitale Performance der Branche 

Der Colombus Consulting Digital Index bietet einen umfassenden Überblick über die digitale Performance der Schweizer Uhrenindustrie. Basierend auf 50 verschiedenen Indikatoren – darunter Web, Mobile, Marketing und Social Media – bewertet der Index die digitalen Aktivitäten der Branche aus einer 360°-Perspektive. Die Ergebnisse offenbaren dabei teils deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Akteuren und verdeutlichen die Vielfalt der digitalen Strategien innerhalb der Branche. 

Methode  

Colombus Consulting hat diese Studie auf der Grundlage von Massnahmen von November 2024 bis Januar 2025 und einem Panel von fast 38 Schweizer Uhrenhäusern erstellt. 

GroupeRichemont : Baume & Mercier, Cartier, IWC Schaffhausen, Jaeger LeCoultre, Länge & Sohne, Montblanc, Officine Panerai, Piaget, Vacheron Constantin, Van Cleef & Arpels 

Groupe LVMH : Bvlgari, Chaumet, Hublot, TAG Heuer, Zenith 

Groupe Rolex : Rolex, Tudor 

GroupeKering : Gucci, Ulysse Nardin 

Groupe Swatch : Blancpain, Breguet, Longines, Mido, Omega, Rado, Swatch, Tissot 

Andere : Audemars Piguet, Breitling, Chopard, Franck Muller, Frederique Constant, Hermès, H. Moser & Cie, Richard Mille, Patek Philippe, Titoni, Victorinox 

Colombus Consulting bietet einen digitalen Index, der die digitale Präsenz und Performance von Branchenakteuren anhand von über 50 Indikatoren bewertet. Dabei werden verschiedene digitale Bereiche analysiert: 

  • Webseite: Publikum, Performance (Absprungrate, Besuchs- und Ladezeiten), Nutzererlebnis (Design, Inhalte, Funktionen, Core Web Vitals) sowie Aspekte der nachhaltigen Digitalisierung (EcoIndex). 
  • Mobile Apps: Updates, Nutzerkommentare und Bewertungen, Net Promoter Score (NPS) und SEO-Präsenz in den App-Stores.Soziale Netzwerke: Analyse der Aktivität und Reichweite auf Plattformen wie Facebook, YouTube, X (ehemals Twitter), Instagram, TikTok, LinkedIn, WeChat und Sina Weibo.Digitales Marketing: Bewertung von SEO-Strategien, Display-Werbung, E-Mail-Kampagnen, Social-Media-Aktivitäten und Partnerschaften. 

Verwendete Tools und Lösungen 

Für die Erstellung des Indexes setzt Colombus Consulting auf eine Vielzahl von Analysetools, darunter: Decodeapps, Alexa, Similar Web, Semrush, BuiltWith, Google, PageSpeed Insights, EcoIndex, WeChat und Sina Weibo.  

Weitere Informationen finden Sie in unseren Angeboten Luxus und Kundenwert

Vollständige Studie auf Anfrage bei der Pressestelle erhältlich. 

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